Tiere wie die grüne Meeresschildkröte, die Schneeeule und der Große Hammerhai werden zukünftig besser geschützt. Die Entscheidung fiel auf der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten.
Hallo Kärntner Braunbären, seid ihr da?
Klagenfurt, Wien, am 1. September 2011 – Im Zusammenhang mit der vermeintlichen Sichtung einer Bärin mit Jungtieren im Bezirk Villach, fordert der WWF das Land Kärnten auf, endlich ein modernes Monitoring einzuführen, um Klarheit über seinen Bärenbestand zu schaffen. "Natürlich freuen wir uns über das Vorkommen von Bären in Kärnten und erst recht über weibliche Tiere", räumt Christian Pichler vom WWF ein. Schließlich sei Kärnten das Schlüsselgebiet für die natürliche Wiederbesiedlung der Alpen durch den Braunbären. "Trotzdem darf sich ein modernes Bärenmanagement nicht auf die Beobachtungen einzelner Schwammerlsucher verlassen." Allzu oft stellen sich solche Hinweise als Verwechslungen mit anderen Tierarten heraus. Nur das so genannte genetische Monitoring – wie es international längst Standard ist – liefert solide und wissenschaftlich haltbare Daten über Wildtierbestände.
"Dabei werden von Spuren, die der Bär etwa in Form von Haaren oder Kot hinterlässt, Proben genommen. Diese können nach einer DNA-Analyse punktgenau einem bestimmten Bären zugeordnet werden", erklärt Pichler. Auch beim zentralösterreichischen Bärenbestand arbeitet man bereits seit elf Jahren mit dieser Methode. Kärntens Landeshauptmann-Stellvertreter Uwe Scheuch versprach zuletzt 2010, in das Genetikprogramm einzusteigen.
Nach Meinung des WWF leistet das Kärntner Bärenmanagement gute Arbeit. Auch der lebenslange Ausschluss jenes Täters aus der Kärntner Jägerschaft, der 2009 illegal den Braunbären "Roznik" geschossen hat zeigt, dass man den Bärenschutz ernst nimmt. "Umso unverständlicher ist für uns, warum man nicht endlich wissen will, wie viele Bären sich derzeit tatsächlich in Kärnten aufhalten, welches Geschlecht und Alter sie haben", so Pichler.
Nur noch wenige Bären im Alpenraum
Im Kärntner Grenzraum zu Slowenien ist der Braunbär wahrscheinlich nie ganz ausgestorben, und die Akzeptanz für Meister Petz deshalb generell höher als im restlichen Österreich. Unserem südlichsten Bundesland kommt im Bärenschutz auch deshalb besondere Verantwortung zu, weil es einen wichtigen Brückenkopf für die Vernetzung der Bären des Alpenraumes und des Balkans darstellt. In den Alpen wird der Bärenbestand insgesamt auf nur noch etwa 45 Tiere geschätzt, davon etwa 30 im italienischen Trentino.
Maximal neun Bären in Österreich vermutet
In Kärnten werden derzeit fünf bis acht männliche Bären vermutet, die alle aus Slowenien zugewandert sind und auch vermutlich immer wieder dorthin abwandern. Daneben gibt es in Österreich auch in den Nördlichen Kalkalpen ein Bärenvorkommen. Braunbär „Moritz“, der letzte Überlebende aus dem 1989 gestarteten Wiederansiedlungsprojekt, wurde zuletzt 2010 im Bereich des Ötschers genetisch nachgewiesen. Seither gibt es aus dieser Gegend nur einen Hinweis, der aber nicht eindeutig „Moritz“ zugeordnet werden konnte.
Ausbreitung der Bären erfolgt langsam
Obwohl die Distanz zwischen der Population im südlichen Slowenien (etwa 500 Individuen) und den Vorkommen in Kärnten nur etwa 100 Kilometer beträgt – eine für Bären problemlos zu bewältigende Wegstrecke – schreitet die Wiederbesiedlung der Alpen durch den Braunbären nur sehr langsam voran. Die Gründe dafür sind unbekannt. „Wenn Kärnten mithelfen und Daten liefern würde, könnte Österreich viel besser beurteilen, wie es um den Alpenbären wirklich steht“, appelliert Pichler abschließend. „Dann wüssten wir zum Beispiel, ob er sich aus eigener Kraft erhalten kann oder ohne Bestandesstützung ausstirbt.“
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF an Bundesregierung: Verzicht auf Energiesparen verschärft Energiekrise
Anhaltendes Verweigern wirksamer Energiespar-Maßnahmen und Kampagnen erhöht Risiko von Versorgungsengpässen – Umdenken der Politik gefordert
Neue WWF-Umfrage zeigt große Unterstützung für Renaturierung in Österreich
76 Prozent halten Renaturierungsmaßnahmen für wichtig – Mehrheit fordert Kanzler-Einsatz für Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen
Bauarbeiten für Lobau-Autobahn gestartet – WWF kritisiert sündteuren Irrweg
Umweltrisiken und Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen neue S1-Autobahn – WWF fordert Ausbau des öffentlichen Verkehrs und flächensparende Raumplanung
Drama um Buckelwal „Timmy“: WWF warnt vor steigenden Gefahren für Wale weltweit
Wachsender Unterwasserlärm, Schiffsverkehr und Folgen der Klimakrise bringen Wale weltweit unter Druck – WWF fordert verstärkten Schutz, um Risiko für Strandungen zu reduzieren
WWF und VCÖ: Rund 17.000 Hasen jährlich Opfer des Straßenverkehrs
Straßennetz wird zur tödlichen Falle – Zerschneidung der Lebensräume nimmt zu – WWF und VCÖ fordern Stopp der Naturzerstörung
WWF-Erfolg: Comeback der Spitzmaulnashörner in Südafrika
Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
WWF: Neues Gesetz bedroht Österreichs letzte intakte Flüsse
Naturschutzorganisation warnt vor „Freibrief für Flussverbauung“ durch EABG – Geplantes Aufweichen des Gewässerschutzes geht weit über EU-Vorgaben hinaus – WWF fordert deutliche Verbesserungen
20 Jahre WWF Earth Hour: Licht aus gegen Energieverschwendung
Jubiläum für eine der größten Klima- und Naturschutz-Aktionen – Berühmte Wahrzeichen, Städte und Gemeinden machen mit – Bundespräsident Van der Bellen unterstützt Aktion in Österreich













