Artenschutzkonferenz CITES startet am 24.11. in Usbekistan – WWF fordert besseren Schutz für Haie, Rochen, Aale, Galapagos-Echsen und warnt vor Aufweichung der Handelsbeschränkungen mit Elfenbein und Nashorn-Horn
Weltklimarat schlägt Alarm: WWF fordert Sofortprogramm gegen die Klimakrise
Incheon/Wien, 8.10.2018. (OTS) – Der heute, Montag, veröffentlichte Bericht des Weltklimarates IPCC zu den Auswirkungen einer 1,5 Grad starken Erderwärmung warnt vor den dramatischen Folgen der Klimakrise. Viele Klimawandelfolgen können schon jetzt nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wetterextreme wie Dürre, Hitzewellen und Fluten nehmen stark zu. Die Begrenzung der Erhitzung auf unter 1,5 Grad muss laut IPCC-Sonderbericht jetzt oberste Priorität haben. Daher fordert der Umweltverband WWF Österreich ein drastisches Umdenken und rasche Schritte der europäischen und nationalen Politik. „Es ist längst fünf nach zwölf. Daher braucht es ein mutiges Sofortprogramm gegen die Klimakatastrophe statt zahnloser Klimastrategien“, sagt Lisa Plattner, Klima- und Energieexpertin des WWF. „Als EU-Vorsitzland ist Österreich besonders gefordert. Umweltministerin Köstinger muss mehr Druck für ambitionierte EU-Ziele machen und zugleich ihre Hausaufgaben in Österreich erledigen“, fordert Plattner.
Der WWF Österreich fordert eine massive Erhöhung der EU-Klimaziele, einen raschen Ausstieg aus fossilen Energien und eine naturverträgliche Energiewende, die Ökosysteme schützt statt weiter zerstört. Alle kontraproduktiven Subventionen müssen rasch gestoppt werden. „Es ist völlig absurd, dass Österreich mit viel Geld fossile Energieträger subventioniert und zum Beispiel Dieselpreise künstlich niedrig hält“, verweist Plattner auf das überholte Dieselprivileg. „Wie viele Weckrufe braucht es eigentlich noch? Eine große Öko-Steuerreform ist seit Jahren überfällig. Zusätzlich braucht es ein großes Energiesparprogramm und einen starken Naturschutz-Check für alle Projekte“, nennt WWF-Vertreterin Plattner zentrale Aufgaben für die Umweltministerin. „Österreich benötigt mehr grüne Infrastruktur und Gewässerschutz statt ungebremster Bodenversiegelung. Naturnahe und vielfältige Ökosysteme sind widerstandfähiger gegen Wetterextreme. Das wird in Zukunft wichtiger denn je und hilft Mensch und Umwelt“, erläutert Plattner.
Der Sonderbericht des Weltklimarates muss für die gesamte Politik ein Weckruf sein. Mit einer weiteren Erwärmung drohen Umweltkatastrophen zum Regelfall zu werden. Die Auswirkungen auf die Biodiversität sind fatal. Dabei geht es nicht nur um das Verschwinden einzelner Arten an bestimmten Orten, sondern um tiefgreifende Veränderungen in Ökosystemen, die für Millionen Menschen Lebensgrundlage sind. Gerade Österreich mit seinen sensiblen hochalpinen Gebieten ist besonders betroffen. Die Folgen sind schon jetzt deutlich sichtbar, etwa der fortschreitende Gletscherschwund oder langanhaltende Dürreperioden. „Die Politik muss rasch und konkret gegensteuern, sonst werden wir künftig viel öfter mit Ernteausfällen und Wasserknappheit zu kämpfen haben“, bekräftigt WWF-Klimasprecherin Plattner.
Hintergrund zum Sonderbericht des Weltklimarates:
Die Klimakonferenz in Paris brachte 2015 einen entscheidenden Durchbruch im Kampf gegen die Klimakrise: Die internationale Staatengemeinschaft einigte sich darauf, die Erderhitzung auf deutlich unter 2 Grad – möglichst 1,5 Grad – zu begrenzen. Der Weltklimarat wurde mit einer Studie zu den Folgen eines durchschnittlichen Temperaturanstiegs von 1,5 Grad beauftragt. Dieser am 8. Oktober 2018 in Incheon, Südkorea, vorgestellte Sonderbericht basiert auf Ergebnissen von über 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 39 Ländern.
Die gesamte Studie zum Download: http://ipcc.ch/report/sr15/
Rückfragehinweis:
Vincent Sufiyan, WWF-Pressesprecher, Tel. 0676/83 488 308, E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Neues Schutzgebiet in Bolivien
In Bolivien wurde ein wichtiges Ökosystem offiziell unter Schutz gestellt: Monte Carmelo. Das neue Schutzgebiet schließt eine wichtige Lücke im südamerikanischen Naturschutz – und sichert den Lebensraum des Jaguars.
Bodenversiegelung statt Klimaschutz: WWF kritisiert Hanke-Kurs in der Verkehrspolitik
Verkehrsminister ignoriert massive Umweltfolgen der geplanten Schnellstraßen-Projekte – Insbesondere Lobau-Autobahn ist gefährlicher Irrweg
COP30: WWF fordert Klima- und Naturschutz-Offensive
Zehn Jahre nach Paris muss Politik endlich liefern – Weltweiter Kraftakt notwendig, um 1,5-Grad-Ziel doch noch zu schaffen
WWF-Erfolg: Scheue Pallaskatze im indischen Himalaja entdeckt
Im indischen Hochgebirge ist WWF-Forscher:innen eine spektakuläre Entdeckung gelungen: Erstmals konnten sie dort die scheue Pallaskatze fotografieren. Außerdem verzeichneten sie neue Rekorde zu Wildkatzen in dem Gebiet.
WWF: Neues EU-Klimaziel 2040 wird durch Tricks und Klauseln ausgehöhlt
Umweltorganisation kritisiert „faulen Kompromiss“ der Politik – Wirksamer Klima- und Naturschutz in Europa anstelle teurer Schlupflöcher und Scheinlösungen
Neuer Report: WWF alarmiert über illegalen Handel mit asiatischen Großkatzen
Zunehmender Handel mit geschützten Arten im Internet – WWF warnt vor kriminellen Verflechtungen bis nach Europa und fordert bessere internationale Zusammenarbeit
WWF entdeckt extrem scheue Pallaskatze auf fast 5.000 Metern Höhe
Spektakuläre Entdeckung: WWF fotografiert erstmals eine Pallaskatze im indischen Hochgebirge – Neue Rekorde zu weiteren Wildkatzen in der Region – Besserer Schutz der Artenvielfalt des Himalajas gefordert
WWF-Studie: 190 Hektar neue Moorflächen in Österreichs Alpenraum bestätigt
Rund 90 Prozent der neu bestätigten Moore in keinem guten Zustand – WWF fordert Analyse weiterer Potenzialflächen und Moor-Renaturierung












