Auswertung der Standortdaten zeigt unauffällig wandernden Wolf abseits von Ortschaften – Forschungsleiter kritisiert Vorgehen der Behörden – WWF fordert volle Aufklärung durch Landesregierung
WWF: Natur und Arten jeden Tag aufs Neue unter Beschuss
Presseaussendung WWF
Wien, 19. September 2017. Der Zerstörungsgrad unserer Natur ist mehr als bedrohlich und er nimmt mit rasendem Tempo immer weiter zu. Für die Umweltorganisation WWF mehren sich die Anzeichen deutlich, dass speziell gegen einige Tierarten ganz gezielt Stimmung gemacht wird. „Die große Mehrheit der Österreicher spricht sich klar für Arten wie zum Beispiel Wolf, Luchs und Bär in Österreich aus. Für Teile der Politik ist dies aber noch lange kein Grund, einen positiven Zugang zu den Rückkehrern zu entwickeln und geeignete Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass ein harmonisches Miteinander von Mensch und Tier möglich ist“, so Christian Pichler, Artenschutz-Experte beim WWF.
Die Haltung einiger politisch Verantwortlichen gegenüber diesen Arten ist mehr als deutlich: „Wollen wir nicht“, lautet die Devise – und diese ist aus der Sicht des WWF in erster Linie der Klientelpolitik und den damit verknüpften Einzelinteressen geschuldet. Die logische Konsequenz dieser Attitüde: Es mehren sich die Anzeichen, dass gegen diese Arten verstärkt illegal vorgegangen wird.
Für den WWF ist die Entwicklung eine „Tragödie mit unzähligen Akten“, so Pichler, der exemplarische Fälle der jüngeren Vergangenheit in Erinnerung ruft: „Der Braunbär wurde bereits zum zweiten Mal in Österreich ausgerottet, im Fall Roznik in Kärnten kam es gar zu einem rituellen Abschlachten eines besenderten Bären, der aus Slowenien eingewandert war. Gegen Greifvögel wie Adler oder Rotmilan werden systematisch Giftköder eingesetzt, Schüsse auf Luchse kommen mittlerweile in regelmäßigen Abständen vor und bei Wölfen wird enormer Druck in Richtung wolfsfreier Zonen gemacht.“
Was hier stattfindet, ist aus der Sicht des WWF eine Art Partisanenkampf gegen streng geschützte heimische Wildtiere. „Wir befürchten, dass sich die Dunkelziffer der illegalen Abschüsse weiter erhöhen wird. Gerade die letzten Wortmeldungen der Tiroler und Niederösterreichischen Jägerschaft zur natürlichen Rückkehr des Wolfes sind äußerst kontraproduktiv für die Bemühungen, die Wildtierkriminalität auszuschalten“, so Pichler.
Der WWF hofft jetzt, dass die Politik und die zuständigen Behörden ihre Anstrengungen zum Schutz der bedrohten Arten verstärken. „Und bei einer Reihe von Jagdfunktionären wäre es gut, wenn sich die erhitzten Gemüter wieder etwas abkühlen und die Kernaufgabe der Jägerschaft – die Hege und Pflege aller Tierarten – wieder klar und deutlich in deren Bewusstsein rücken würde“, so Pichler abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, 0676 83 488 231, gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF kritisiert Niederösterreichs Angriff auf Renaturierung scharf
Naturschutzorganisation: Blockade-Drohung ist fahrlässig und verantwortungslos – Wiederherstellung der Natur schützt Gemeinden vor Hitze, Hochwasser und Folgekosten
WWF: Wolfsabschüsse erreichen bereits zur Jahresmitte neuen Höchststand
Mindestens 23 Abschüsse allein im ersten Halbjahr 2026 – Von Jänner bis Juni schon mehr behördliche Tötungen als im gesamten Vorjahr – WWF kritisiert aggressives Vorgehen gegen geschützte Art
March erstmals über 30 Grad: WWF warnt vor Hitzestress für Fische
Neuer Höchstwert von 30,3 Grad bei Hohenau – Bisheriger Rekord aus 2018 deutlich überschritten – WWF fordert Ausweitung von Renaturierungsprojekten
WWF-Kritik an Linzer “Österreich-Deklaration”: Stillstand beim Bodenschutz wird zementiert
Zitierte ÖROK-Zahlen zeigen massive Zielverfehlung von Bund und Ländern
Hitze – WWF fordert Sonderbudget für Entsiegelung und Renaturierung
Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit













