Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.
WWF: Roter Tunfisch: Druck auf EU wächst
Wien, 13.04.2007 – Namhafte europäische Unternehmen fordern gemeinsam mit dem WWF eine Halbierung der Fangquoten für den stark gefährdeten Roten Tunfisch im Mittelmeer. Zu den Unterstützern des Aufrufs an die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedsländer zählen auch die österreichischen Unternehmen C+C Pfeiffer und Ozean. Im Mittelmeer stehe angesichts der in wenigen Wochen beginnenden Fangsaison eine Tragödie bevor, heißt es in dem Appell. Der Rote Tunfisch drohe zu verschwinden.
Es sei "unmoralisch und unverantwortlich, wenn die EU-Staaten nicht umsteuerten", so Fischereiexperte Georg Scattolin vom WWF. Der Rote Tunfisch wird vor allem in Japan, aber auch in Europa und den USA zu Sushi verarbeitet.
Ein Dutzend Unternehmen aus Österreich, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz unterstützen die Initiative des WWF. Die Firmen betonen ihren Einsatz für eine nachhaltige Fischerei. Dazu gehören schonende Fangpraktiken und ein gutes Management der Fischbestände. Dafür sei in erster Linie die Politik verantwortlich, heißt es in dem Aufruf. "Der Handel und die fischverarbeitende Industrie sind auf stabile Fischbestände und gesunde Lebensräume angewiesen", begründet WWF-Fischereiexperte Scattolin das Engagement der Unternehmen.
Im November hatte die "Internationale Kommission zum Schutz des Atlantischen Tunfischs" (ICCAT) die Fangquoten für 2007 auf 29.500 Tonnen festgelegt. Das ist nahezu doppelt soviel, wie die eigenen Wissenschaftler empfohlen hatten. "Diese Quote ist ein Skandal. Die kommenden Monate entscheiden möglicherweise über die Zukunft des Roten Tunfischs. Es ist Zeit, die Notbremse zu ziehen", so Scattolin.
Neben den zu hohen Quoten ist auch die illegale Fischerei im Mittelmeer ein großes Problem. "Es wird bis zu 50 Prozent mehr Tunfisch gefangen, als die ohnehin zu hohen Quoten vorsehen", erläutert der WWF-Experte. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die EU-Flotte, allen voran Frankreich und Spanien. Die Unternehmen und der WWF fordern einen entschiedenen Kampf der EU gegen die illegale Fischerei.
Der WWF hatte bereits vor zwei Wochen in einem Bericht gewarnt, dass ein Niedergang des Roten Tunfischs in einer Kettenreaktion auch die wirtschaftlich bedeutsame Sardinen-Fischerei gefährden würde. Verschwindet der Tunfisch, vermehren sich seine Beutetiere, die Tintenfische. Da Tintenfische sich von Sardinen ernähren, könnten die Sardinenfänge einbrechen.
Rückfragehinweis:
Mag. Georg Scattolin, WWF-Fischereiexperte, Tel. 0676-83488265 oder georg.scattolin@wwf.at Fotos und TV-Footage erhalten Sie unter Tel. 040/530200118, kampwirth@wwf.de
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