WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF und Dominic Thiem: Beste Seeadler-Brutsaison seit Rückkehr des Wappentiers
Wien, St. Pölten, 25. Juli 2019 – Die Seeadler breiten sich in Österreich weiter aus. 2019 verlief die Brutsaison erfolgreicher denn je: 70 Seeadlereltern brachten insgesamt 46 Jungvögel zum Ausfliegen. Österreich bietet aktuell 35 bis 40 Paaren Lebensraum. Bis 2001 galt Österreichs Wappenvogel bei uns als ausgestorben. Nach langjährigen Anstrengungen im Artenschutz zeigt die Bestandskurve kontinuierlich nach oben. Der Fortpflanzungserfolg kann sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen. Seit drei Jahren erhalten die Greifvögel prominente Unterstützung durch Tennisprofi Dominic Thiem. „Ich freue mich sehr über den Bruterfolg und unterstütze das WWF-Schutzprojekt für den Seeadler mit voller Überzeugung. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Rückkehr einer ehemals ausgerotteten Art gelingen kann, wenn sich Mensch und Tier den natürlichen Lebensraum respektvoll miteinander teilen“, so Thiem.

Besonders wohl fühlen sich die Brutpaare heuer unter anderem im Nationalpark Donau-Auen. Das zeigen die diesjährigen Erhebungen des Artenschutzprojekts Seeadler, das aus Mitteln des Landes Niederösterreich und der Europäischen Union finanziert wird. Die Donau-Auen zählen zu den wichtigsten Brutgebieten für heimische Seeadler. Bis zu sechs Paare ziehen hier jährlich ihren Nachwuchs auf. In dem Gebiet findet der Greifvogel sowohl mächtige Horstbäume in abgeschiedenen Waldbereichen für die Brut, als auch fisch- und wasservogelreiche Gewässer für den Nahrungserwerb. Auch die Renaturierungs-Maßnahmen im Schutzgebiet – in Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich, der viadonau und dem Landesfischereiverband – entfalten ihre Wirkung und schaffen eine ideale Umwelt für den Seeadler: „Gewässervernetzungen und Uferrückbau formen jene typischen Lebensräume einer Flussauenlandschaft, die dem Adler optimale Bedingungen bieten“, so Christian Pichler, Projektleiter des WWF Österreich.
Zentraler Bestandteil des WWF-Schutz- und Forschungsprojekts ist die alljährliche Besenderung von Jungtieren. Heuer konnten der WWF und der Nationalpark Donau-Auen drei Jungvögel mit einem kleinen Telemetrie-„Rucksack“ ausstatten. Diese fallen nach etwa drei Jahren von selbst ab. Bis dahin liefern sie wertvolle Daten über Streifgebiete, Paarungsverhalten, Rast- und Überwinterungsplätze. „Je mehr wir über die Lebensräume der Seeadler und ihr Verhalten wissen, desto besser können wir sie vor Gefahren schützen“, erklärt Pichler.
Denn trotz der Erfolge und einer mittlerweile sehr gut etablierten Population ist das Ziel, das Überleben des Seeadlers in Österreich dauerhaft zu sichern, noch nicht erreicht. „Illegale Abschüsse und Vergiftungen stellen eine laufende Gefahr und die größte Bedrohung für die Greifvögel dar. An der Weiterführung der Schutzmaßnahmen in Österreich und den Nachbarstaaten führt kein Weg vorbei, wenn wir ein erfolgreiches Kapitel Naturschutzgeschichte schreiben wollen“, schließt Pichler.
Die beliebtesten Brutgebiete der Seeadler im Jahr 2019:
Waldviertel: 11 Brutpaare – 16 Jungvögel
Nationalpark Donau-Auen: 6 Brutpaare – 5 Jungvögel
March-Thaya-Auen: 4 Brutpaare – 5 Jungvögel
Nordburgenland: 3 Brutpaare – 4 Jungvögel
Oststeiermark und Südburgenland: 3 Brutpaare – 6 Jungvögel
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher
Tel.: +43 1 488 17 286
Mobil: +43 676 83 488 276
florian.kozak@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget













