Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Weiterer verschwundener Ötscherbär identifiziert
Wien, am 29. 4. 2009 – Dieser Tage konnte das Rätsel rund um eine 2002 aus dem Ötschergebiet verschwundene erwachsene Bärin gelöst werden. Damals war ein Bärenschädel gefunden worden, der nicht eindeutig einem bestimmten Tier zugeordnet werden konnte. Aktuelle Nachforschungen der Genetiker des Naturhistorischen Museums in Wien erbrachten nun unter Einsatz einer speziell für die DNA-Analyse aus Knochenmaterial geeigneten Kugelschwingmühle den Beweis, dass es sich bei dem Fund um die Bärin “Rosemarie” aus dem WWF-Bärenprojekt handelt.
“Die Kugelschwingmühle kann auch sehr harte organische Materialien wie Knochen oder Zähne so schonend vermahlen, dass die darin enthaltene DNA in guter Qualität und ausreichender Menge aufgeschlossen werden kann,” erklärt Dr. Haring vom Genetiklabor des Naturhistorischen Museums (NHM). “Dadurch war es uns möglich die DNA aus dem Schädel genau zu analysieren”. Dabei wurde ein Zahn fein vermahlen, die DNA daraus extrahiert und anschließend eine DNA-Fingerprintanalyse durchgeführt. Durch Vergleich mit den genetischen Fingerprints der Bären der Population steht nunmehr zweifelsfrei fest, dass es sich bei dem Tier um die Bärin "Rosemarie" handelt, die seit 2002 aus der Population verschwunden ist.
Die 1996 geborene Rosemarie hatte als Tochter der Bären “Mona” und “Djuro” seit 1999 vier Mal für Bärennachwuchs in Österreich gesorgt. Insgesamt vier Jungtiere brachte sie zur Welt, so auch den Bären “Moritz” im Jahr 2001, der nach den ersten Jahren an der Seite seiner Mutter ins oberösterreich-steirische Salzkammergut abwanderte. Rosemarie’s Mutter Mona ist seit 2003 verschwunden, als letztes Individuum der Bärenpopulation im Kerngebiet der Nördlichen Kalkalpen von Niederösterreich und der Steiermark hat Djuro überlebt.
"Rosemarie war als eines der wenigen produktiven Weibchen der Population eine Hoffnungsträgerin – sie hätte noch für viele weitere Nachkommen sorgen können", erklärt Bärenanwalt Dr. Georg Rauer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Uni Wien. “Nun fügt sich ein weiteres Mosaiksteinchen in die traurige Geschichte des Bärenschwundes”, meint Christoph Walder, WWF-Bärenprojektleiter. Er begrüßt das Engagement der Wissenschaftlerinnen im Labor des NHM, die das genetische Monitoring der Bärenpopulation seit dem Jahr 2001 durchführen. Die anhaltende Aufklärungsarbeit im Bärenmanagement stelle eine wichtige Basis im Bestreben dar, dem Wildtier Bär in unserer Heimat seine verdiente Chance zu geben.”Wir sind auch weiterhin für Meldungen und Hinweise aus der Bevölkerung dankbar, die zur Aufklärung führen, wohin die Bären in Österreich verschwunden sind”, so Walder abschließend.
Etliche der ehemals im Zeitraum zwischen 1989 und 2009 ingesamt 35 Indiviuden umfassenden österreichischen Bärenpopulation sind auf ungeklärte Weise verschwunden. Wenige hinterließen dabei Spuren, die Hinweise auf eine eindeutige Todesursache geben. In einem Fall konnte das Bundeskriminalamt in Zusammenarbeit mit FIWI, WWF und NÖ Jägerschaft beweisen, dass ein illegaler Abschuss erfolgt ist: Die Trophäe eines Jahrlings wurde im Kellerstübchen eines Jägers im Bezirk Lilienfeld sicher gestellt. Die Identität dieser jungen Bärin konnte mittels DNA-Analyse einer Hautprobe aus diesem Präparat geklärt werden. Demnach handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die 1,5 Jahre alte Tochter der Bärin “Cilka”, die 1994 verschwunden war.
Rückfragehinweis:
Dr. Elisabeth Haring, Naturhistorisches Museum Wien, Tel. 01/52177-332
Dr. Georg Rauer, Bärenanwalt
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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