In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
Tag des Meeres am 8. Juni:
Wien, 5.Juni 2009 – Anlässlich des am kommenden Montag stattfindenden Tag des Meeres warnt der WWF vor einer fortschreitenden Plünderung der Meere. Sollte der Fischfang nicht eingeschränkt werden, könnte bis 2050 die kommerzielle Fischerei weltweit erledigt sein. Vor allem die EU steht dabei in der Verantwortung. Sie ist trauriger Rekordhalter bei der Überfischung. 88 Prozent der Fischbestände in der EU sind überfischt. Nirgendwo sonst auf der Welt werden die Meere derart stark übernutzt. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass bis zu 40 Prozent der Fänge als sogenannter Beifang im Müll landen. „Der Beifang ist einer der größten Skandale in der Fischerei“, erklärt Axel Hein, Meeresexperte des WWF. „Allein in der Nordsee werden jedes Jahr etwa eine Million Tonnen Meeresbewohner tot oder sterbend zurück ins Meer geworfen. Das entspricht etwa einem Drittel der Gesamtfänge.“
Die anstehende Reform der europäischen Fischereipolitik muss die Ausbeutung der Meere endlich beenden. Der WWF fordert die Einführung langfristiger Managementpläne für alle Fischbestände, eine Reduzierung der Beifänge auf ein Minimum sowie ein striktes Verbot von Rückwürfen. Die Bestände können sich nicht erholen, wenn ein Großteil der Jungfische als Müll im Meer endet und wichtige Lebensräume nicht geschützt werden. Die vorhandenen Überkapazitäten in der Fischereiflotte müssen nach Angaben des WWF dringend abgebaut und an die Fischbestände angepasst werden. „Auch wenn die Fischerei durch illegalen Fang zur Ausbeutung unserer Meere beiträgt, liegt die Hauptverantwortung in den Händen der Politik“, erklärt Axel Hein. Sogar die EU-Fischerei-Kommission hat kürzlich festgestellt, dass ihre Politik der letzten Jahre komplett gescheitert ist.
Auch Verbraucher können einen Beitrag zum Schutz der Meere leisten. Eine Möglichkeit bietet der Kauf von Fischprodukten mit dem Label der Marine Stewardship Council (MSC). Das vom WWF empfohlene Siegel steht für nachhaltige Meeresfischerei, bei der nicht mehr Fisch gefangen wird, als nachwächst und Meeresbewohner und Lebensräume nicht bedroht werden. In österreichischen Supermärkten sind mittlerweile viele Produkte zu finden, die das blaue MSC-Umweltsiegel tragen. Welche Fische im Einkaufswagen landen sollten und was nicht auf den Teller gehört, erklärt auch der WWF-Fischführer, den man beim WWF jederzeit anfordern kann, um ihn beim Einkauf in der Tasche parat zu haben. „Produkte aus nachhaltiger Fischerei zu kaufen ist aktiver Meeresschutz“, so der Meeresexperte des WWF. So kann auch der Handel dazu bewegt werden, sein Fischangebot auf nachhaltige Quellen umzustellen.
Rückfragehinweis und Fotos:
Mag. Axel Hein, WWF Meeresexperte, Tel. : +43-(0)1-48817-230 bzw. +43-(0)676-83488-230, E-Mail: axel.hein@wwf.at
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